True Warriors – Dokumentarfilm

Vorletzte Woche habe ich mir in der Heinrich Böll-Stiftung den Dokumentarfilm True Warriors angesehen, der mich tief beeindruckt hat. 2014 hat eine Gruppe von  Schauspielern im französischen Kulturzentrum in Kabul ein Stück über die Auswirkung von Selbstmordanschlägen aufgeführt. Bei der Premiere sprengt sich ein 17-jähriger Zuschauer selbst in die Luft. Der Film dokumentiert das Geschehen und vor allem die Reaktionen nach dem Anschlag.

Die Filmemacher Ronja von Wurmb-Seibel und Niklas Schenck waren zu dieser Zeit in Kabul, hörten von dem Anschlag und waren zunächst selbst betroffen von den Nachrichten. Sie erkundigten sich nach den genaueren Umständen und entschlossen sich nach ersten Gesprächen, die Ereignisse zu dokumentieren. Der Film zeigt viele Interviews mit den Schauspielern und Zuschauern, die bei dem Anschlag dabei gewesen waren – gibt aber auch einige Aufnahmen der Stadt Kabul und der wunderschönen Landschaft wieder.

Die Schauspieler und Gäste sind geschockt und traumatisiert nach den Ereignissen. Auch bei der Versorgung der Verletzten und der Organisation des Krankentransports sind sie zunächst völlig auf sich allein gestellt. Zwei Menschen überleben das Attentat nicht, wie sich erst später herausstellen sollte. Es ist traurig und berührend zu hören, wie die Schauspieler von dem Premierenabend und dem Attentat berichten – gleichzeitig ist es gut, dass sie ihre persönlichen Geschichten erzählen, weil man nur so einen wirklichen Eindruck davon erhält, wie die Lage in Afganistan ist und was es für die Menschen vor Ort bedeutet.

Besonders beeindruckend ist jedoch, dass sich alle relativ schnell dazu entschließen weiterzumachen, damit die andere Seite letztlich nicht gewinnt. Sie alle glauben an etwas und beweisen damit sehr viel Mut und Hoffnung – für sich selbst und für andere. Im Film und im anschließenden Publikumsgespräch wurde auch klar, dass das ihr Weg ist, um mit dem Trauma fertig zu werden: Dass es ihnen ab dem Moment besser ging, als sie ihre Arbeit wiederaufnahmen und ihre Stücke in Kabul wieder aufführten; mit aller Angst und aller Trauer, die damit verbunden sind.

Im März gibt es in Berlin weitere Aufführungen des Films und Publikumsgespräche mit den Schauspielern und ich empfehle wirklich sehr gern weiter, sich den Film anzusehen.

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